Urbane Mobilität: moltimodal, kostengünstig, bequem
Was funktioniert?
Warum denn Einkaufen nicht mit dem Auto, ist doch viel bequemer, werden sich manche jetzt fragen? Mittlerweile sehe ich das als langjähriger Städter anders. Abgesehen von den stetig steigenden Kosten für den Betrieb eines solchen kommt es mir als passionierter Radfahrer einfach unangemessen vor, so ein grosses Ding, das sich Automobil (= selbstfahrend!?) für eine kurze Fahrt zum Supermarkt in Betrieb zu nehmen, damit beizeiten im Stau zu stehen und einen Parkplatz zu suchen, der gross genug ist, vorsichtig einparkend, damit da ja kein Schaden bei meinem oder eines anderen Gefährt entsteht ...
Aber manchmal ist es halt doch bequemer. Wenn's regnet, wenn die Strecke eine weitere ist, wenn's mitsamt Kindern und Gepäck quer durch die Stadt geht, wenn man mal wirklich faul ist. Ich hab dann trotzdem kein schlechtes Gewissen. Ich zahle dafür. Sprit, Parkgebühren, Wertminderung, Reperaturen und Steuern. Und eigentlich zahlen "wir" Autobesitzer und -benützer noch immer zu wenig, wenn man von echter Kostenwahrheit ausginge.
Grundsätzlich verkehre ich in der Stadt mit dem Fahrrad, einem robusten Diamant-Citybike, wer's genau wissen will. Wenn's wirklich in Strömen regnet oder Minusgrade hat, dann steige ich auf die Öffis um.
Für Überlandreisen und die oben genannten Ausnahmen benütze ich ein Auto, einen Mazda 6, wer's genau wissen will. Dieses Vehikel teilt sich meine Familie mit einer befreundeten Familie seit mehr als drei Jahren. Funktioniert prächtig, ein paar mal im Jahr gibts Engpässe. Dann fährt eine Partei mit dem Zug, borgt sich im Freundeskreis ein Auto aus oder bucht ein Leihauto.
Was fehlt?
Ich bin mittlerweile recht zufrieden mit meinem persönlichen Mobilitätsmanagement. Was mir fehlt ist einerseits eine durchgehend bessere Fahrrad-Infrastruktur. Da gibts in Wien noch ordentlich was aufzuholen, bis man dort angelangt ist, wo für das Fahrrad-Mekka Kopenhagen aus der Radverkehrsförderung gerade neue Probleme entstehen.
Auch ein professionelles Peer-to-Peer Carsharing System wäre wünschenswert, wie z.B. Getaround oder Tamyca, um auch als überzeugter Sharer die Engpässe des 2er-Carsharings zu umgehen und verschiedene Fahrzeugtypen (vom Cabrio bis zum VW-Bus) zu wesentlich günstigeren Kosten zur Verfügung zu haben, als es in Wien der Carsharing-Marktführer Denzel anbietet. Die Vorarlberger Initiative Caruso führt derzeit ein Forschungsprojekt zu dem Thema durch und hat bereits Lösungen entwickelt.
Und natürlich fehlt mir noch ein E-Bike.
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